Aktiv und gesund auf GeoRouten in Haiger und Sinn
Wanderer auf dem neuen Geospazierweg Haiger
Geschichte spüren, Gesundheit tanken - unter diesem Leitgedanken ist im Lahn-Dill-Bergland eine erweiterte Georoute eröffnet worden. Der acht Kilometer lange Rundweg vor den Toren der Stadt Haiger ist Spazier- und Wanderweg und wird abschnittsweise auch als Radweg frequentiert. In der nahen Gemeinde Sinn ist 2024 die GeoRoute "Hörreliches Stippbachtal" ausgewiesen worden. Beide Strecken sind Freizeitangebot und Gesundheitsprogramm zugleich. Initiator der zertifizierten Routen ist der GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus. Die KNAPPSCHAFT hat die Projekte mit jeweils 4000 Euro gefördert und bietet an historischen Infopunkten Tipps für eine gesunde Lebensweise.
Beide Georouten thematisieren auf vielen Schautafeln Kulturgeschichte einer Region, deren Wirtschaft durch Bergbau geprägt wurde. Der Geospazierweg Haiger verläuft nun über die ehemalige Grubenbahntrasse bis Langenaubach hinaus auf einer Anhöhe in Richtung Donsbach über den Aussichtspunkt Eduardsturm zurück nach Haiger. Eine markante Wegmarke ist die 1963 stillgelegte Grube Constanze, in der in der 125-jährigen Betriebszeit zeitweise mehr als 100 Menschen rund 1,4 Millionen Tonnen Eisenerz förderten. „Neue Infotafeln und digitale Angebote bieten spannende Einblicke in die regionale Erd-, Bergbau- und Stadtgeschichte, erläutert Jan Bosch vom Geopark. "Wir bieten zugleich eine Erlebnis- und Bildungsreise für Familien und Schulen. Die Comic-Maskottchen Eduard und Isabella (in Erinnerung an Prinzessin Isabella von Nassau-Dillenburg) begleiten kleine Entdecker und erläutern per QR-Code kindgerechte Informationen", ergänzt Theresa Fetz-Helfert vom Haigerer Amt für Sport, Kultur, Jugend und Tourismus.
Natur genießen und Industriekultur erleben
In Sinn führt der Weg auf elf Kilometern über den markanten Höhenzug der Hörre und durch das malerische Stippbachtal. „Naherholungsuchende erhalten Einblick in den Schiefer- und Roteisenabbau vergangener Zeiten, darunter die einst bedeutendste Glockengießerei Europas", berichtet Diplom Geograph Michael Volkwein. Auf der Höhe über die Hardt bietet sich eine grandiose Aussicht auf das Dilltal und den Westerwald.
Die Ausweisung der Rundwege ist ein attraktives Angebot für gesunde Freizeitgestaltung an der frischen Luft. „Laufen ist die natürlichste und umweltfreundlichste Art der Fortbewegung und bringt Körper und Geist in Einklang“, betont Jörg Andersson, Pressereferent der KNAPPSCHAFT in Frankfurt. Wandern lindere Stress, stärke das Immunsystem und sei ein wichtiges Rezept gegen Bewegungsmangel und Zivilisationskrankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Beschwerden.
Gesunheitstipps und Übungen der KNAPPSCHAFT auf den Tafeln lassen sich über QR-Codes vertiefend in den Alltag integrieren. Auch der GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus bietet die Gelegenheit, die Historie zur Entstehung, Nutzung und zum Transport von Rohstoffen sowie zur Industriekultur auf seiner Wissensplattform QR-Kultur zu ergänzen.
Der GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus erstreckt sich über fast viertausend Quadratkilometer, die zum größten zusammenhängenden Mittelgebirge Deutschlands gehören: dem Rheinischen Schiefergebirge. Hier können fast 400 Millionen Jahre Erdgeschichte und über 2.500 Jahre Bergbaugeschichte erkundet werden. Die KNAPPSCHAFT ist in der Region fest verwurzelt. 1769 existiert im Dillenburgischen bereits eine allgemeine Knappschaftskasse. Der 1912 formierte Lahn-Knappschaftsverein umfasste ein Bergrevier mit über 100 Eisensteingruben sowie rund 80 weiteren, in denen Blei- und Zinkerze sowie Braunkohle, Dachschiefer, Ton und Kalk gefördert wurden. Im Zuge der Industrialisierung erreichte die Jahresförderung im Lahnrevier, geprägt von Krupp und Buderus, zwischenzeitlich mehr als eine Million Tonnen.
Link zur GeoRoute Haiger
Link zur GeoRoute Hörreliches Stippbachtal
Aktiv und attraktiv auf neuer GeoRoute (PDF, 107KB)
GeoRoute "Hörreliches Stippbachtal" ausgewiesen (PDF, 144KB)
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